- IN MEMORIAM -
Юрий Яковлевич Фиалков
Ju. Ja. Fialkov «Nicht nur im Wasser»
Nicht nur im Wasser  
Немецкий перевод книги «Не только в воде».
Переводчики: Dieter und Gisa Lempe.
Полный текст — в разделе «книги»
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«Nicht nur im Wasser» von Prof. Ju. Ja. Fialkov
VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1979
Deutsch von Doz. Dr. rer. nat. Dieter Lempe und Gisa Lempe

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Nicht-nur-im-Wasser.djvu
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Wasser ist nur eines aus der großen Zahl der Lösungsmittel. Das Lösungsmittel übt einen entscheidenden Einfluss auf die Eigenschaften des gelösten Stoffes aus. Es kann eine Säure, beispielsweise die Schwefelsäure, in eine Base und ein starkes Alkali in eine schwache Säure verwandeln. Es kann eine Reaktion beträchtlich beschleunigen und sie auch gänzlich zum Abbruch bringen.

All diese Fragen werden in der vorliegenden Broschüre von Prof. Ju. Ja. Fialkov, der sich mit der Untersuchung nichtwässriger Lösungen beschäftigt, behandelt. In populärer und anschaulicher Form spricht der Autor über die Theorie der Säuren und Basen.

Die Broschüre ist für Oberschüler, Studenten, Lehrer, Chemiker und für diejenigen von Interesse, die ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Chemie erweitern möchten.

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Inhaltsverzeichnis

Einführung 9
1. Was sind denn eigentlich Säuren und Basen? 11
2. Gleichgewichte in Lösungen 40
3. Einfluss des Lösungsmittels auf einzelne Gleichgewichtsstadien in Lösungen 55
4. Differenzierende und nivellierende Wirkung von Lösungsmitteln auf die Stärke von Elektrolyten 64
5. Titration in nichtwässrigen Lösungen 76
6. Azidität nichtwässriger Lösungen 81
7. Löslichkeit in nichtwässrigen Lösungsmitteln 86
8. Über chemische Formen der Existenz lebender Materie im Weltall 92
9. Kinetik der Reaktionen in nichtwässrigen Lösungen 99
10. Synthesen in nichtwässrigen Lösungen und elektrolytische Abscheidung von Metallen aus nichtwässrigen Lösungen 108
Erklärung wichtiger Begriffe 120
Empfohlene Literatur 123
Sachwörterverzeichnis 125

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Vorwort

Nichtwässrige Lösungsmittel spielen in der präparativen und analytischen Chemie, bei der Realisierung von Trennproblemen, für die Konstitutionsermittlung von Stoffen und auf vielen anderen Gebieten eine überaus wichtige Rolle. Das Wissen um die in derartigen Lösungsmitteln ablaufenden Reaktionen sollte heutzutage zum elementaren Rüstzeug eines jeden Chemikers gehören. Darüber hinaus vermittelt eine umfassende Kenntnis über nichtwässrige Lösungsmittel und die «Chemie in ihnen» grundlegende Einsichten in wesentliche chemische Sachverhalte. Folglich ist jedes Vorhaben zu begrüßen, ein derart bedeutsames Gebiet der modernen Chemie einem breiten Leserkreis vorzustellen.

Übersetzer und Bearbeiter sind deshalb der Bitte des Verlages sehr gern nachgekommen, die Broschüre von Prof. Fialkov für eine deutschsprachige Ausgabe vorzubereiten.

Die hierin behandelte Thematik vermittelt dem Leser einen guten Einblick in die Chemie in nichtwässrigen Lösungsmitteln. Nach einer ausführlichen Behandlung der grundlegenden Säure-Base-Theorien werden der Einfluss des Lösungsmittels auf einzelne Gleichgewichtsstadien sowie die Stärke von Elektrolyten, ferner die Titrationen in nichtwässrigen Lösungen und deren Azidität sowie die Löslichkeitsverhältnisse und die Kinetik von Reaktionen in nichtwässrigen Lösungen behandelt. Weiterhin findet der Leser Angaben zur Synthese von Stoffen und zur elektrolytischen Abscheidung von Metallen aus nichtwässrigen Lösungen. Schließlich spannt sich der Bogen zum Themenkomplex chemischer Formen der Existenz «lebender» Stoffe im Weltall.

Das anspruchsvolle Vorhaben dieses Titels ist von Prof. Fialkov — bei strenger Wahrung der Wissenschaftlichkeit — mit bewundernswerter Leichtigkeit und Souveränität verwirklicht worden. Das «Studium» der einzelnen Abschnitte dürfte dem Leser, ob Schüler der Abiturklasse oder Student, jene «wissenschaftliche Freude» bereiten, die auch unsere Fachdisziplin, die Chemie, zu bieten vermag. Dass auch dem versierten Chemiker beim Lesen der Broschüre manche Überraschung zuteil wird, sei hier angemerkt. Dazu rechnen wir allerdings nicht die Befolgung der neuen Festlegungen zur chemischen Nomenklatur (z. B. Benzen statt Benzol, Iod statt Jod, Ethan statt Äthan usw.) sowie zur Einführung der SI-Einheiten.

Übersetzer und Bearbeiter

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Einführung

Diese Broschüre, die sich mit den Eigenheiten und dem Verhalten von in nichtwässrigen Lösungsmitteln gelösten Stoffen beschäftigt, soll mit der Frage begonnen werden:

«Was ist eigentlich H2SO4

Die Antwort scheint klar zu sein. Das ist die Formel für Schwefelsäure, eine starke Säure. Aber nicht jeder weiß, dass dies nur ein Teil der Wahrheit ist, dass H2SO4 gleichzeitig auch eine schwache Säure ist; und gar keine Säure; und sogar... eine Base.

In der eben getroffenen Aussage gibt es keinerlei Widersprüche. Es geht einfach um die Eigenschaften der chemischen Verbindung H2SO4 in verschiedenen Lösungsmitteln. Denn das Lösungsmittel beeinflusst auf ganz entscheidende Weise die Eigenschaften der in ihm gelösten Stoffe, die Reaktionen, an denen sie sich beteiligen, und die Endprodukte, die sich dabei bilden. Dies allein bestimmt schon die Wichtigkeit des Problems nichtwässriger Lösungen und seine Bedeutung in der modernen Naturwissenschaft. Viele allgemeinchemische Probleme können nicht ohne die Untersuchung des Einflusses des Lösungsmittels auf die physikalischen und chemischen Eigenschaften einer gelösten Verbindung geklärt werden.

In der Chemie im allgemeinen und in der modernen Chemie im besonderen ist es üblich, chemische Prozesse zunächst im Gleichgewicht (Statik) und anschließend in ihrem Ablauf (Dynamik, Kinetik) zu betrachten. Wir werden ebenfalls an dieser guten Tradition festhalten und die Fragen des Lösungsmitteleinflusses auf verschiedene Prozesse selbst und dann auf die Geschwindigkeit chemischer Prozesse betrachten.

In der modernen Chemie und in der chemischen Technologie gilt unsere Aufmerksamkeit in starkem Maße der Synthese anorganischer und organischer Verbindungen in nichtwässrigen Lösungen. So kurz diese Broschüre auch gehalten sein mag, an Fragen der Synthese und besonders der Gewinnung von Elementen und verschiedenen chemischen Verbindungen durch Elektrolyse von Lösungen kann man nicht vorübergehen, da das Lösungsmittel auf die elektrochemischen Eigenschaften der Stoffe einen besonders starken Einfluss ausübt.

Die Broschüre beginnt mit der Erläuterung verschiedener Theorien über Säuren und Basen. Dies ist nicht zufällig. Von allen Arten chemischer Umwandlungen übt das Lösungsmittel den stärksten Einfluss auf die Säure-Base-Wechselbeziehungen aus. Diese Besonderheit der Säure-Base-Umwandlung fand bereits auf verschiedenen Gebieten der Chemie ausgedehnte Anwendung, dabei vor allem in der chemischen Analytik. Außerdem gehören weitreichende Vorstellungen über Säuren und Basen zum grundlegenden Verständnis der modernen Chemie. Und schließlich sind verschiedene Theorien von Säuren und Basen ganz einfach interessant.

Also,...

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